März, 2016 /

Wie entsteht Sucht eigentlich ?

Vom ersten Probierkonsum zum selbstschädigenden Gebrauch:

 

Woran erkenne ich, ob mein Konsumverhalten „normal“ ist? Und ab wann ist es schädlich? Die Entwicklung einer Sucht wird üblicherweise in vier Phasen unterteilt.

 

Zunächst steht beim Konsum von Alkohol, Zigaretten, Cannabis oder härteren Drogen der Genuss im Vordergrund. Dies gilt auch für die sogenannten stoffungebundenen Verhaltenssüchte wie etwa  Glücksspiel oder Internet- und Mediennutzung. Ein gelegentlicher Konsum wirkt anregend oder entspannend. Das Mittel nicht zu konsumieren bereitet keinerlei Probleme.

 

Wird ein Verhalten allerdings regelmäßig ausgeführt, wird es  zu einer Gewohnheit und somit zum festen Bestandteil des Alltags. Der Griff zur Zigarette, zum Glas Wein oder zum Handy erfolgt automatisch. Zu diesem Zeitpunkt ist es durchaus möglich, das Verhalten zu reduzieren oder abzustellen. Es kostet jedoch bereits eine gewisse Anstrengung.

 

Von schädlichem Gebrauch oder Missbrauch wird gesprochen, wenn das Mittel gezielt und bewusst eingesetzt wird, um einen bestimmten angestrebten Zustand zu erreichen oder eine unangenehme Situation oder Gefühle zu bewältigen. Passiert dies nur selten, ist das meist unproblematisch. Geschieht ein solcher Missbrauch allerdings häufiger und regelmäßig hat dies je nach Suchtmittel unterschiedlich starke körperliche oder seelische Folgen. Und auch das soziale Umfeld leidet zusehends darunter.  

 

Sucht liegt dann vor, wenn der Alltag ohne Konsum für den Betroffenen nicht mehr zu schaffen ist. Die anfänglichen Mengen des jeweiligen Suchtmittels reichen mittlerweile längst nicht mehr aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Und damit ist ein Teufelskreis in Gang gekommen. Einerseits werden die Folgen des Konsums immer spürbarer und bedrohlicher, andererseits scheitern Abstinenzversuche und untergraben das Selbstwertgefühl. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es unumgänglich, sich professionelle Hilfe  zu suchen. Hotlines und Beratungsstellen informieren kostenlos und vertraulich. Das Schweigen und Verheimlichen zu beenden, ist dann der erste Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

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