Juni, 2016 /

Rückfällig geworden- was jetzt?

Dass der Weg raus aus einer Sucht oft von Rückfällen begleitet wird, ist allgemein bekannt. Dennoch bietet dies nur einen schwachen Trost. Den Betroffenen und ihrem Umfeld erscheint der Vorfall meist als herber Rückschlag. Die Bemühungen der letzten Wochen, Monate, oft sogar Jahre scheinen umsonst gewesen zu sein. Wie soll es nun weitergehen?

 

Man unterscheidet einen Ausrutscher, also eine relativ kurze Phase des Konsums, von einem Rückfall. Von einem Rückfall würde man erst dann sprechen, wenn zum Beispiel das Trinkverhalten innerhalb kürzester Zeit wieder das frühere problematische Ausmaß erreicht– oder sogar noch exzessiver ausfällt als zuvor. Und so weit muss es nicht kommen!

 

Ganz wichtig ist es daher, so schnell wie möglich das süchtige Verhalten wieder zu beenden. Dies bedeutet im konkreten Fall, das Setting des Ausrutschers umgehend zu verlassen oder eine Person des Vertrauens um Hilfe zu bitten. Und dann den Blick gezielt wieder nach vorne zu richten.

 

Denn man kann durchaus konstruktiv mit diesem Ausrutscher umgehen. Durch eine Bearbeitung des Vorfalls, in der es nicht um Schuld, sondern um Klärung der Ursachen geht, kann für die Zukunft viel Positives entstehen. Zum Beispiel Erkenntnisgewinne darüber, in welchen Stimmungen oder Situationen das individuelle Risiko am größten ist. Welche Funktion die Sucht hatte und wie diese Lücke jetzt anders geschlossen werden kann. Mit diesem neuen Wissen kann man dann gezielt gegensteuern.

 

Die Betroffenen sollten sich außerdem in Erinnerung rufen, wie weit sie tatsächlich schon gekommen sind. Und dass es sich lohnt, den Alltag selbstbestimmt und abwechslungsreich zu gestalten. Denn sie entscheiden jetzt, wie sich ihr Leben abspielt- und nicht das Suchtmittel.

 

Das bedeutet für die Betroffenen natürlich, Verantwortung zu übernehmen. Ermöglicht aber auch ein ganz neues Gefühl von Freiheit.

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