Dezember, 2016 /

Coach-Geschichten, Folge 2

Meiner Coachee Andrea steht ein Gespräch im Job bevor und sie fühlt sich hin- und hergerissen. Einerseits würde sie gerne mal so richtig Dampf ablassen und Klartext reden, andererseits möchte sie sich emotional so wenig wie möglich engagieren, sondern es unverbindlich und kurz halten. Im Coaching möchte sie nun herausfinden, welche Variante sinnvoller ist, damit sie sich nach dem Gespräch keine Vorwürfe macht. Um hier zu einer guten Lösung zu gelangen, schauen wir uns gemeinsam an, was ihr Inneres Team* dazu zu sagen hat. Ich erläutere ihr zunächst die Idee, dass sie verschiedene Anteile in sich hat und Andrea dieses Team leitet. Dabei haben einzelne Mitglieder ihres Teams unterschiedliche Erfahrungen, Wertvorstellungen und Ziele. Und im Moment sind sich einige von ihnen anscheinend uneins.

 

Ich bitte Andrea also nach innen zu schauen. Wer sind ihre Teammitglieder, wie kann sie sie benennen, welche Eigenschaften haben sie und wofür stehen sie? Der Tisch an dem wir arbeiten, füllt sich langsam mit Holzfiguren und Andrea staunt, wie viele Anteile da in ihr schlummern. Die Aufgabe fällt ihr leicht und macht ihr Spaß.

 

Danach soll Andrea alle Teammitglieder auswählen, die bezogen auf ihre Fragestellung wichtig sind. Auf die eine Seite stellt sie Figuren, die aufgestauten Frust loswerden wollen und auch eine Auseinandersetzung in Kauf nehmen würden. Auf die andere Seite Mitglieder, die überzeugt sind, damit wenig zu erreichen. Die es sinnvoller finden, Zeit und Energie für lohnendere Ziele einzusetzen. Da Andrea nun die Meinungen aller Beteiligten zur Kenntnis genommen hat, kann sie jetzt abwägen und eine Entscheidung treffen. Die Idee mit dem Inneren Team findet sie so hilfreich und anschaulich, dass sie damit weiter arbeiten will.

 

PS: Andrea ist übrigens gelassen, aber entschlossen ins Gespräch gegangen und hat sachlich in wenigen Sätzen ihren Standpunkt erläutert. Als sie das Büro verließ, hatte sie ein breites Lächeln im Gesicht. Gutes Teamwork beflügelt eben…

*nach Schulz von Thun

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